Globaler Aufruf zur Solidarität: Aktionstage zur Verteidigung Rojavas


25. Januar – 1. Februar 2026

Ein internationaler Aufruf von Women Defend Rojava und Riseup4Rojava

Wir, 183 Organisationen und 72 Personen aus 39 verschiedenen Ländern erklären, dass:

Seit dem 6. Januar werden kurdische und arabische Gebiete Syriens Ziel von immer weiter anhaltenden Angriffen. Diese Angriffe stellen dabei die gefährlichste Bedrohung für die kurdische Gesellschaft und die Selbstverwaltung vor Ort, seit über 14 Jahren, dar. Die militärische Offensive wird von al-Sharaa’s islamistischen Regime, der so genannten „Übergangsregierung“ in Damaskus, in direkter Zusammenarbeit mit dem türkischen Verteidigungsminister Yasar Güler und Außenminister Hakan Fidan, koordiniert. Sie findet in direkter Zusammenarbeit mit jihadistischen Truppen statt. Natürlich wurde dieser Vernichtungskrieg von westlichen Machthabern und Regierungen abgesegnet.

Rojava wird dabei unmittelbar von HTS- und IS-Gruppen angegriffen. Diese Angriffe gefährden die hart erkämpften Errungenschaften der Frauenrevolution in Rojava, eingeschlossen die, der lokalen Demokratie und Gleichberechtigung aller ethnischen und Glaubensgruppen. Sie versuchen die Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien dazu zu zwingen, zwischen totaler Kapitulation und ganzheitlicher Vernichtung zu entscheiden. Dabei hat der Angriff auf Rojava nicht nur zum Ziel die Errungenschaften der kurdischen Gesellschaft zu vernichten. Das eigentliche, internationale Ziel ist vielmehr die Möglichkeit und Umsetzung eines demokratischen Syriens und demokratischen mittleren Osten zu zerschlagen.

Diese Angriffe stellen ein Wiederaufleben des IS dar. Tausende IS-Kämpfer wurden von den Regierungstruppen al-Sharaas befreit, er selbst teilt eine gemeinsame Vergangenheit mit dem IS. Wiedereinmal verübt der IS Massaker gegen die Zivilbevölkerung in ganz Syrien. Kobane, der Ort des historischen Widerstands gegen den IS, wird wiedereinmal massiv von den selben Kräften belagert und angegriffen, die diesmal unter anderer Flagge kämpfen. Die Bestärkung durch diese Angriffe stellt wiedereinmal eine weltweite Bedrohung durch den IS dar.

Quer durch ganz Kurdistan und auf der ganzen Welt erheben sich Menschen um die Revolution in Rojava und die Hoffnung, die sie der Menschheit schenkt, zu verteidigen. Die kurdische Bevölkerung, allen voran junge Menschen und Frauen, sind der Generalmobilmachung nachgekommen. Tausende Menschen nehmen an Massendemonstrationen teil oder reisen nach Rojava um das Gebiet zu verteidigen. Soziale und politische Bewegungen, Gewerkschaften, zivilgesellschaftliche Organisationen und akademische Gruppen auf allen Kontinenten haben bereits Aktionen in Solidarität mit Rojava organisiert. 2014 haben sich Millionen von Menschen weltweit die Straßen genommen und gemeinsam haben wir Kobane befreit. Das Besiegen des IS war nicht nur durch YPG und YPJ möglich, sondern auch durch breite internationale Solidarität. Inklusive politische, soziale und moralische Unterstützung von demokratischen Kräften weltweit.

Heute rufen wir erneut zur weltweiten Solidarität auf, um die Revolution und Menschenwürde zu verteidigen. Wir befinden uns in einer Zeit der Neuaufteilung der Welt, getrieben von Profitinteressen statt humanitären Bedürfnissen. Daher müssen wir uns zusammenschließen, um die Freiheit von Rojava zu erkämpfen. Im Angesicht von zunehmendem militärischen und politischem Druck müssen alle demokratischen Kräfte die gemeinsame Solidarität ausbauen.

Wir, die unten aufgezählten Organisationen und Einzelpersonen, rufen deshalb zu Folgendem auf:

  • Organisiert Aktionen in Solidarität mit Rojava, die die Angriffe verurteilen und die anhaltende Gefahr der ethnischen Säuberung durch die syrische Übergangsregierung, die Türkei und verbündete jihadistische Gruppen untermauern.
  • Schafft öffentliche Gegendarstellungen in den Medien und der Zivilgesellschaft, die die Unterstützung Rojavas und die Komplizenschaft der westlichen Machthaber, ausdrücken.
  • Zieht die nationalen Regierungen und internationalen Institutionen zur Verantwortung für ihre Mittäterschaft an den Kriegsverbrechen in Rojava.
  • Fordert politische und juristische Anerkennung für die DAANES, um Damaskus dazu zu zwingen eine dezentrale Lösung zu akzeptieren, die die Existenz und Rechte der Alewiten, Drusen, Jesiden, Assyrer, Armenier und allen anderen ethnischen und Glaubensgruppen die Zukunft in einem demokratischen Syrien zu garantiert.

Zentrale Aktionstage:

Am 26. Januar 2026 rufen wir alle demokratischen Kräfte, besonders die Jugend und die Frauen dazu auf, im Rahmen des „Kobane Aktionstags“ Aktionen zu machen und Aktiv zu werden.

Am 26. Januar 2015 wurde Kobanê offiziell von ISIS befreit. Jetzt greifen die selben Banden Kobanê erneut an. Deshalb rufen wir alle demokratischen Kräfte dazu auf Kobanê, als Symbol des Sieges über den ISIS Terror, am 26. Januar 2026 durch dezentrale Aktionen rund um die Welt zu verteidigen.

Bijî Berxwedana Koanê!

Es lebe der Widerstand von Kobanê!

Am 31. Januar 2026 rufen wir alle Frauen und demokratischen Käfte dazu auf an Aktionen unter dem Slogan „Women Defend Rojava“ teilzunehmen um die Revolution der Frauen zu verteidigen!

Die Errungenschaften der Frauenrevolution werden derzeit massiv durch die IS Mentalität der Syrischen Übergangsregierung angegriffen die versuchen die Philosophie von Jin, Jiyan, Azadî zu zerstören.

Frauen, die Vorreiterinnen der Revolution werden Verfolgt, Entführt, Gefoltert, ermordet und ihre Zöpfe werden als Trophäen zur schau gestellt.

Alle kurdischen, Arabischen, Armenischen und Assyrischen Frauen, die Kämpferinnen von YPJ, Kongra Stra, HPC Jin, Bet Nahrain und die ganze Gesellschaft stehen heute vereinigt und bereit ihre hart erkämpften Errungenschaften zu verteidigen. Ohne die Befreiung der Frau kann es keine Befreiung der Gesellschaft geben

Deshalb rufen wir alle dazu auf am 31. Januar auf die Straße zu gehen um der Internationalen Öffentlichkeit zu zeigen das wir eins sind im Kampf um das Leben und die Würde. Lasst uns die Frauenrevolution gemeinsam verteidigen; sie ist nicht nur eine Hoffnung für den mittleren Osten sondern für die ganze Welt.

Jin Jiyan Azadî

Women Defend Rojava

RiseUp4Rojava

24. Januar 2026