Der 1. Mai ist vorbei. Weltweit gingen millionen von Menschen für die Perspektive einer befreiten Gesellschaft und den Bruch mit dem Kapitalismus auf die Straße.
In der BRD setzte sich der Trend von letztem Jahr fort – beinahe überall wachsen die revolutionären 1. Mai Demos an und auch insgesamt werden immer mehr revolutionäre Demonstrationen organisiert.
Das zeigt, dass in der aktuellen Krisenphase immer mehr Menschen nach einer Perspektive zum Kapitalismus suchen und dafür auf die Straße gehen. Für uns ist das ein Punkt, an dem wir anknüpfen können und müssen.
Dem sei noch angefügt: Revolutionäre Praxis hat viele Ebenen. Die jährliche revolutionäre Demonstration spielt eine große Rolle beim Schaffen von Gegenkultur. Sie bringt verschiedenste Ansätze und Projekte gemeinsam auf die Straße, demonstriert Einheit und gemeinsamen Handlungswillen für das Ziel der sozialistischen Ordnung. Sie ist eine Möglichkeit revolutionäre Politik, unsere Inhalte und Ansätze für ein breites Publikum greifbar zu machen. Gleichzeitig werden die kommenden Kämpfe sich nicht an – in gewisser Weise auch tradierten und ritualisierten – Demonstrationen entscheiden. Die kommenden Kämpfe werden einen anderen Charakter und ganz neue Herausforderungen mit sich tragen.
Bonn
Insgesamt war die DGB-Demonstration deutlich größer als in den Vorjahren. Der Klassenkampf-Block stellte mit etwa 250 Teilnehmenden rund ein Drittel der Demonstration.
Im Anschluss an die DGB-Demo zog ein Teil dieses Blocks als spontane Demonstration zum internationalistischen 1.-Mai-Fest in der Altstadt.
Auch das Fest war in diesem Jahr besser besucht als in den Vorjahren.



Frankfurt am Main
Bericht von gegenmacht.info
Begonnen hat der Tag auf der DGB Demo in Frankfurt, Offenbach und Mainz. Anschließend daran haben wir gemeinsam den Tag auf dem internationalistischen Klassenfest im Frankfurter Gallus Viertel verbracht. Mit über 1000 Menschen haben wir den Tag unserer Klasse mit Essen, Tombola und musikalischen Acts begangen, bevor die Demonstration um 19 Uhr nach einer Kundgebung loszog. Von Beginn an haben es sich die Bullen nicht nehmen lassen, uns mit abstrusen Auflagen und dem wiederholten Aufstoppen der Demonstration zu überziehen. Das haben wir nicht auf uns sitzen lassen, und konnten selbstbestimmt und straßenfüllend unsere Demonstration fortführen. Wir haben es dabei geschafft, die 1.Mai Demo nicht bei einer bloßen Tradition zu belassen, sondern haben diesen Tag mit Leben und Kampfgeist gefüllt und uns spontan immmer wieder Freiräume genommen.
Wir waren mit etwa 3.000 Genoss:innen auf der revolutionären 1.-Mai-Demo in Frankfurt; in Hessen beteiligten sich insgesamt über 20.000 Menschen.
Der Tag begann auf DGB-Demos in Frankfurt, Offenbach und Mainz und wurde anschließend beim internationalistischen Klassenfest im Gallus (mit über 1.000 Besucher:innen, Essen, Tombola und Musik) fortgesetzt.
Die Polizei verhängte wiederholt Auflagen und stoppte die Demo, doch wir setzten sie selbstbestimmt und straßenfüllend fort.
Etwa auf halber Strecke kam es zu Auseinandersetzungen wegen Fahnen, die unserem Demokonsens widersprachen; nach mehrfachen Aufforderungen blockierten Genoss:innen die betreffenden Personen, woraufhin die Polizei eingriff — wir solidarisierten uns lautstark und setzten die Demonstration kämpferisch fort.



Hamburg
Die Revolutionäre Demo in Hamburg war riesig – über 10.000 Menschen beteiligten sich.
Die polizei versuchte die Demo immer wider aufzustoppen und anzugehen. Doch die Masse an Menschen und das selbstbewusste und kämpferische Auftreten konnten die Demo schlussendlich durchsetzen.

Karlsruhe
An der DGB Demonstration beteiligten sich viele Genoss:innen und Kolleg:innen, bereits hier war die Polizei mit einem großen Aufgebot präsent.
Die sehr große revolutionäre Demo war sehr kämpferisch und ließ sich trotz dem massiven Polizeiaufgebot nicht einschüchtern. Dies nahm die Polizei zum Anlass um die Demo anzugreifen, dagegen konnte sich jedoch zur Wehr gesetzt werden.
Köln
Im Rahmen der revolutionären Demo nahmen sich über 4000 Personen die Straße in Köln Kalk. Dabei griff die Polizei wiederholt die Versammlung an, prügelte auf Jugendliche ein & eskalierte mit lautstarken Provokationen kontinuierlich die Situation.
Das überzogene Polizeiaufgebot konnte dabei die kämpferische & solidarische Stimmung nicht brechen. Über die Strecke erfuhr die Demonstration viel Zuspruch von Nachbar*innen und konnte sich kollektiv den willkürlichen Angriffen der Polizei entgegenstellen. Es konnten mehrere Aktionen erfolgreich durchgeführt werden, so wurde ein riesiges Transparent über den Frontblock gezogen, welches mit Pyrotechnik untermalt wurde.




Kiel
Es gab eine breite Mobilisierung, bei der die 1.Mai-Zeitung als Bezugspunkt gut wirkte – etwa durch Lesekreise sowie Betriebs‑ und Schulverteilungen.
Die Vorabenddemo ist mit 600 Teilnehmer:innen an der Spitze zahlenmäßig gewachsen, hat sich aber vor allem qualitativ weiterentwickelt: Handlungsspielräume wurden stärker genutzt und das Auftreten insgesamt selbstbestimmter. Besonders bemerkenswert ist, dass sich in Schleswig‑Holstein zunehmend Strukturen bilden, die sich an einer sozialistischen Perspektive und einer kämpferischen Praxis orientieren und sich auf der Vorabenddemo wieder gefunden haben.
Auch die antikapitalistische Beteiligung an der DGB‑Demonstration ist erneut gewachsen.
Ca. 40 Personen beteiligten sich an einer organisierten Anreise zur revolutionären Demo in Hamburg.




Mannheim



Stuttgart
Der Tag begann mit einem kämpferischen antikapitalistischen Block auf der DGB-Demo, in dem 600 Beschäftigte aus verschiedenen Branchen klar machten, dass Sozialpartnerschaft keine Perspektive bietet.
An der revolutionären 1.-Mai-Demonstration beteiligten sich konservativ geschätzt 2.300 Menschen; geprägt wurde sie von vielen Jugendlichen, organisierten Kommunist:innen und Gewerkschaftsaktivist:innen
Mit Grußwörtern aus Kuba und der Internationalen Kommune in Rojava, war die Demo stark internationalistisch ausgerichtet. Der Zweifronten-Kampf fortschrittlicher Kräfte im Iran gegen den imperialistischen Krieg und das reaktionäre Regime wurden von der iranischen Gruppe Feminists4Jina aufgegriffen.
Die Polizei war mit großem Aufgebot präsent, hielt sich jedoch überwiegend im Hintergrund. Der diesjährige erneute Zuwachs und Diversität der Teilnehmenden ist ein klares Zeichen der Stärke
Bericht der revolutionären Aktion Stuttgart



München
Es gab eine starke antikapitalistische Beteiligung an der DGB-Demonstration ; die Stimmung war gut und es gab eine Aktion zur Untermalung der Antikriegs-Jugend-Rede auf dem Marienplatz.
Die revolutionäre Demonstration hat sich nahezu verdoppelt und zählte mehr als 3.500 Teilnehmende; sie war internationalistisch geprägt und wurde von verschiedenen linken Gruppen getragen, die Auftaktrede hielt die revolutionäre Struktur ALM.
Trotz eines großen Polizeiaufgebots und wiederholter Versuche, die Demo aufzuhalten und selbstbestimmten Ausdruck zu verhindern, ließ sich die Demonstration nicht einschüchtern: immer wieder wurden Pyrotechnik eingesetzt, ein großes Top-Transparent mit paralleler Graffiti-Aktion gezeigt, und die Demo trat durchgehend selbstbewusst und kämpferisch gegenüber dem USK-Spalier auf.
Das 1.-Mai-Fest dauerte bis in die Nacht, platzte aus allen Nähten und brachte Jung und Alt zusammen; es gab reichlich Essen, Kuchen, Getränke und Live-Musik.




Tübingen
In Tübingen gab es dieses Jahr zum allerersten Mal eine revolutionären Vorabenddemo, an der sich etwa 150 Menschen beteiligten. Im abschließenden Redebeitrag der Kommunistischen Aktion Tübingen ging es darum, die Perspektivlosigkeit der aktuellen Krisen zu beantworten: Mit dem Aufbau einer revolutionären Bewegung, die Teil ist von kleinen wie großen alltäglichen Kämpfen.
Die antikapitalistische Beteiligung an der DGB-Demonstration entschied sich dieses Jahr – anders als die vier Jahre zuvor – sich ohne eigenes Frontbanner, ohne Block, an der Demo zu beteiligen. Gemeinsam mit Kolleg:innen aus verschiedenen Tübinger Betrieben wurde Rauch gezündet und ein Banner mit den Gesichtern von Pistorius, Merz und Klatten kaputt gemacht. Auch die Kritik am diesjährigen DGB-Motto kam nicht zu kurz.
Im Anschluss an die Kundgebung des DGB ging es zum 1. Mai Fest vom Linken Zentrum Trude Lutz, wo Kolleg:innen und Aktivist:innen den Tag noch ausklingen ließen. Besonders hervorzuheben ist hier das gemeinsame Singen sowie eine Ausstellung zum 1. Mai auf der ganzen Welt.






Villingen-Schwenningen
Die Zahl der Teilnehmenden lag mit etwa 90 nicht über dem Vorjahr, zeigte aber einen deutlichen Zuwachs an jungen und migrantischen Genoss:innen.
Die revolutionäre Perspektive und der Sozialismus standen inhaltlich im Mittelpunkt, darüber hinaus war Internationalismus war ein zentraler Bestandteil der Mobilisierung – mit lebendigem Bezug zu Palästina, Rojava & Kuba.
Die Polizei war präsent, hielt sich aber weitgehend an Dienstvorschriften und zog sich nach dem offiziellen Ende der Demonstration zurück; das abschließende Fest im linken Zentrum war gut besucht.






